Verhandlungsansatz, der Menschen und Probleme trennt und nach Interessen statt nach Positionen fragt. Statt sich auf Forderungen zu versteifen, suchen die Beteiligten nach Optionen, die beiden nützen, und messen das Ergebnis an nachvollziehbaren Kriterien. Nützlich bei Zielkonflikten zwischen Teams, Abteilungen oder mit externen Partnern.
Schritt für Schritt
5 Phasen · ca. 90 Minuten
01
10 min
10 min
Positionen einsammeln
Beide Seiten nennen, was sie fordern. Noch nichts bewerten, nur sichtbar machen, wie weit die Standpunkte auseinanderliegen.
02
20 min
20 min
Nach Interessen fragen
Zu jeder Position die Frage stellen: Warum ist das wichtig? Hinter gegensätzlichen Forderungen liegen oft vereinbare Interessen.
03
20 min
20 min
Menschen vom Problem trennen
Beziehungsärger und Sachfrage auseinanderhalten. Persönliche Spannungen offen ansprechen, aber getrennt von der eigentlichen Verhandlung behandeln.
04
25 min
25 min
Optionen entwickeln
Ohne Bewertung möglichst viele Lösungswege sammeln, die mehreren Interessen dienen. Menge vor Auswahl.
05
15 min
15 min
An Kriterien messen
Neutrale Maßstäbe vereinbaren wie Kosten, Zeit oder Marktüblichkeit und die Optionen daran prüfen, statt am lautesten Willen.
Tipps aus der Praxis
Die Frage „warum ist Ihnen das wichtig?“ ist der Hebel der Methode. Sie öffnet den Blick hinter die Forderung.
Vorher die eigene Alternative kennen: Was tue ich, wenn es keine Einigung gibt? Das schützt vor schlechten Abschlüssen.
Optionen und Entscheidung strikt trennen, sonst wird jede Idee sofort zerredet.
Vorsicht
Wann nicht geeignet: Reine Machtsituationen, in denen eine Seite kein Interesse an Einigung hat. Dann verhandelt man nicht, sondern klärt Grenzen.
Erfahrungen aus der Community
4,4
96 Bewertungen von Moderator:innen
SR
Sabine R.Einkaufsleiterin
Hat eine verfahrene Verhandlung wieder in Bewegung gebracht.
TH
Tom H.Projektleiter
Der Wechsel von Positionen zu Interessen ist der ganze Trick.
Häufige Fragen zu Harvard-Methode
Wofür eignet sich Harvard-Methode?+–
Harvard-Methode eignet sich vor allem für Konfliktlösung und Entscheidungshilfe. Verhandlungsansatz, der Menschen und Probleme trennt und nach Interessen statt nach Positionen fragt. Statt sich auf Forderungen zu versteifen, suchen die Beteiligten nach Optionen, die beiden nützen, und messen das Ergebnis an nachvollziehbaren Kriterien. Nützlich bei Zielkonflikten zwischen Teams, Abteilungen oder mit externen Partnern.
Wie lange dauert Harvard-Methode?+–
Der reine Ablauf umfasst 90 Minuten über 5 Phasen. Plane zusätzlich Puffer für Einstieg und Überleitung ein — realistisch also mittel (2–8h).
Für wie viele Teilnehmende ist Harvard-Methode geeignet?+–
Die Methode funktioniert bei gering (< 4) oder mittel (5–10) Teilnehmenden am besten. Bei größeren Gruppen empfiehlt sich eine Aufteilung in Untergruppen.
Funktioniert Harvard-Methode auch online?+–
Ja. Harvard-Methode lässt sich in Präsenz, online, hybrid durchführen. Bewährt haben sich Miro, Conceptboard, Mural. Wichtig sind ein sichtbarer Timer und klar zugewiesene Arbeitsbereiche.
Welches Material brauche ich für Harvard-Methode?+–
Vor Ort: Flipchart, Moderationskarten, Stifte. Online: Miro, Conceptboard, Mural. Mehr braucht es nicht — die Methode lebt von der Moderation, nicht vom Material.
Wann sollte ich Harvard-Methode nicht einsetzen?+–
Reine Machtsituationen, in denen eine Seite kein Interesse an Einigung hat. Dann verhandelt man nicht, sondern klärt Grenzen.
Wie viel Moderationserfahrung braucht Harvard-Methode?+–
Etwas Übung hilft. Harvard-Methode verlangt sichere Prozessführung und die Bereitschaft, Diskussionen zu unterbrechen und wieder zu bündeln.