Die wohl bekannteste Kreativtechnik. Teilnehmende rufen frei Ideen in den Raum, eine Person schreibt mit. Kritik ist während der Sammelphase verboten, Bewertung kommt später. Geeignet als Einstieg in Problemlösungs- oder Konzeptphasen, wenn die Gruppe schnell ein breites Lösungsfeld aufspannen soll.
Schritt für Schritt
5 Phasen · ca. 23–28 Minuten
01
2 min
2 min
Frage scharf stellen
Eine konkrete, offen formulierte Leitfrage auf Flipchart sichtbar machen. Beispiel: „Wie könnten wir …?“
02
1 min
1 min
Spielregeln erklären
Quantität vor Qualität. Keine Bewertung. Andere Ideen aufgreifen ist erlaubt. Wilde Ideen ausdrücklich erwünscht.
03
10–15 min
10–15 min
Ideen sammeln
Teilnehmende rufen Ideen in den Raum, Moderation visualisiert alles sichtbar. Tempo halten, keine Diskussion.
04
5 min
5 min
Clustern
Ähnliche Ideen zu Gruppen zusammenfassen. Doppelungen entfernen, unklare Punkte nachfragen.
05
5 min
5 min
Bewerten
Punkte- oder Daumenabstimmung über die vielversprechendsten Ideen. Top 3 weiterverfolgen.
Tipps aus der Praxis
Bei zurückhaltenden Gruppen erst 2 Minuten still für sich sammeln lassen (Brainwriting), dann öffnen.
Bei mehr als 10 Personen besser auf 6-3-5 oder Galerie wechseln, sonst dominieren Lautstärke und Status.
Online unbedingt Timer einblenden, sonst zerfasert die Energie.
Vorsicht
Wann nicht geeignet: Hochkonfliktthemen oder politisch heikle Entscheidungen, dann Methode mit mehr Struktur wählen.
Erfahrungen aus der Community
4,2
184 Bewertungen von Moderator:innen
KS
Karin S.OE-Beraterin
Mit klarer Leitfrage und Timer immer noch unschlagbar als Aufwärmer.
TM
Tobias M.Scrum Master
Funktioniert remote besser als gedacht, mit Mural-Board und striktem Timeboxing.
AR
Anja R.HR-Lead
In hierarchischen Runden lieber Brainwriting davor schalten.
Häufige Fragen zu Brainstorming (klassisch)
Wofür eignet sich Brainstorming (klassisch)?+–
Brainstorming (klassisch) eignet sich vor allem für Problemlösung und Konzeptentwicklung. Die wohl bekannteste Kreativtechnik. Teilnehmende rufen frei Ideen in den Raum, eine Person schreibt mit. Kritik ist während der Sammelphase verboten, Bewertung kommt später. Geeignet als Einstieg in Problemlösungs- oder Konzeptphasen, wenn die Gruppe schnell ein breites Lösungsfeld aufspannen soll.
Wie lange dauert Brainstorming (klassisch)?+–
Der reine Ablauf umfasst 23–28 Minuten über 5 Phasen. Plane zusätzlich Puffer für Einstieg und Überleitung ein — realistisch also kurz (< 2h).
Für wie viele Teilnehmende ist Brainstorming (klassisch) geeignet?+–
Die Methode funktioniert bei gering (< 4) oder mittel (5–10) Teilnehmenden am besten. Bei größeren Gruppen empfiehlt sich eine Aufteilung in Untergruppen.
Funktioniert Brainstorming (klassisch) auch online?+–
Ja. Brainstorming (klassisch) lässt sich in Präsenz, online, hybrid durchführen. Bewährt haben sich Miro, Mural, FigJam. Wichtig sind ein sichtbarer Timer und klar zugewiesene Arbeitsbereiche.
Welches Material brauche ich für Brainstorming (klassisch)?+–
Vor Ort: Flipchart, Stifte, Moderationskarten. Online: Miro, Mural, FigJam. Mehr braucht es nicht — die Methode lebt von der Moderation, nicht vom Material.
Wann sollte ich Brainstorming (klassisch) nicht einsetzen?+–
Hochkonfliktthemen oder politisch heikle Entscheidungen, dann Methode mit mehr Struktur wählen.
Wie viel Moderationserfahrung braucht Brainstorming (klassisch)?+–
Wenig. Brainstorming (klassisch) lässt sich auch ohne Moderationserfahrung durchführen — halte dich an den Ablauf und achte auf Zeit.